Vor zehn Jahren fand der G8-Gipfel in Italien in Genua statt. Bis zu diesem Zeitpunkt war es einer der größten Mobilisierungen zu zentralen Protestaktionen gegen den G8. Circa 200.000 Gipfelgegner_innen versammelten sich, um gemeinsam auf verschiedenste Art und Weise gegen das Wirtschaftsforum zu protestieren. Trotz großem öffentlichen Interesse war der Erfolg von starken Repressionsmaßnahmen überschattet. So kam es zu dem tödlichen Schuss auf den Gipfelgegner Carlo Guiliani und der gewaltsamen und illegalen Razzia der Indymediazentrale und des Schlafplatzes in der Diaz-Schule.Auch darauffolgende Proteste gegen den G8 Gipfel waren nicht frei von Repressionen. Ein- und Ausreiseverbote, Sicherheitszonen, Abwanderung in ländliche Gegenden, Einsätze von Armeen, Gefangenensammelstellen, Präventivhaft, Außerkraftsetzung des Schengenabkommens waren einige der Antworten auf die darauffolgenden Proteste.
Neuanfang/Perspektive

Durch den globalen Wandel und die Aufstände in der ganzen Welt geht eine Welle des Umdenkens durch Europa. Immer mehr bezweifeln ihre soziale Stabilität und Sicherheit. Deshalb entstand die Idee den Protest dieses Jahr nicht mehr an einem zentralen Punkt zu konzentrieren. Das schon immer wieder in der Vergangenheit angedachte dezentrale Konzept passt so gut wie nie zu vor. Die Erfolge der letzten Jahre laden ein, den Protest auszuweiten. Um an die globalen Kämpfe anzuknüpfen soll der Widerstand zurück an die Orte, wo uns die Ungerechtigkeit direkt begegnet. Auch das derzeitige große Interesse an Veränderung des krisenlastigen Systems laden bestens dazu ein.Der Entschluss und die Durchführung des Konzepts werden schon seit einigen Monaten von Frankreich aus propagiert und bekommen immer mehr positive internationale Resonanz.

Das neue Konzept bietet eine noch nie dagewesene Möglichkeit der Anbindung der sozialen lokalen Kämpfe weit über den Tagungsort des G8 hinaus. Das Konzept wird als Weiterentwicklung der vergangen Kämpfe verstanden und steht nicht mit diesen in Konkurrenz. Dennoch ist der dezentrale Kampf als wichtigster Motor der Protestbewegung gegen den G8 2011 zu verstehen. So soll der Fokus auf die Institution G8 genommen werden und die Konsequenzen eines globalen Kapitalismus aufgezeigt und kritisiert werden.
Gegenmobilisierung durch andere Gruppen

Außerparlamentarische Gruppen und Einzelpersonen hatten sich auf einem Treffen zum G8 Widerstand geeinigt den diesjährigen Protest dezentral auszurufen. Hingegen wollen Gewerkschaften und Gruppen aus dem attac Umfeld zu zentralem Protest aufrufen. Es soll ein sehr kurzfristiges Camp aufgebaut werden und es wird bewusst gegen den Aufruf der libertären Gruppen mobilisiert.
Camp zu Reflektion des G8 und zur Vorbereitung des G20 Protests (ab Ende Juni)

Ein anderes Camp, beschlossen durch die libertäre Versammlung, wird in es in der Nähe von Nantes (Notredame des Landes) ab Ende Juni geben. Es soll der Reflektion und Entwicklung des Protests gegen den G8 & G20 Gipfel dienen. Das Camp wird auf einem Privatgrundstück errichtet, das im Besitz eines Landwirtes ist. Der Plan der Regierung ist es in dieser Region einen Flughafen, trotz lokalem Widerstands zu bauen. Das Camp soll diese lokalen Kämpfe unterstützen und sie in den Kontext des globalen Herrschaftssystems stellen.